Von welchen Tätigkeiten solltest du dich trennen? Der 5-Schritte-Plan.
- Christine Mark
- 16. Nov. 2020
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Jan. 2021

Im letzten Workshop haben wir darßber diskutiert, wie wir mit Tätigkeiten umgehen, die uns keine Freude machen. Weil, manchmal nutzt es ja nix und wir mßssen einfach durch... Oder auch nicht?
Buchhaltung und Kundenakquise beispielsweise gehÜren zu einem selbstständigen Dasein dazu. Aber nicht alle wollen das auch tun. Sollen wir uns bei solchen Dingen immer wieder dazu zwingen und uns durchkämpfen oder es einfach akzeptieren, dass manche Dinge nichts fßr uns sind und diese auslagern?
Ich glaube, da gibt es mehrere Ebenen und es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Hier findest du einen 5-Schritte-Plan, um herauszufinden, wovon du dich trennen solltest und wo es sich auszahlt, dran zu bleiben.
Schritt 1: Analysiere den Kontext
Beobachte und zerlege deine Aufgabe und schau sie dir im Detail an. Achte nicht nur auf die Tätigkeit selbst, sondern analysiere vor allem den Kontext.
MĂśgliche Fragen fĂźr die Analyse:
Wann fßhrst du die Tätigkeit durch?
Bist du gestresst, weil du alles im letzten Moment machst? Und dann muss alles ruck-zuck gehen. Oder hast du eigentlich gar keine Zeit dafßr, weil du zu viele Aufgaben ßbernommen hast? Passt die Tätigkeit gut in deinen Tagesablauf? Musst du sie in der Frßh erledigen, während sich die Kinder beim Frßhstßckstisch streiten oder kÜnntest du dir abends, wenn alle schlafen eine Tasse Tee machen, Musik auflegen und dich entspannt und in Ruhe dazu setzen?
Hast du die notwendigen Skills dafĂźr?
Kannst du die Aufgabe Ăźberhaupt gut durchfĂźhren? Hast du die Kompetenzen dafĂźr? Bist du gut dafĂźr ausgestattet? ZB macht Buchhaltung gleich viel mehr SpaĂ, wenn du dich mit dem Programm gut auskennst, als wenn du dich mit einem Excel Sheet abstrampelst, in dem die Formeln nicht funktionieren. Und ein Kaltakquise-Telefonat ist gleich viel angenehmer, wenn du Ăźber einen professionellen Gesprächsleitfaden verfĂźgst und weiĂt, welche Herausforderungen dein GegenĂźber haben kĂśnnte.
Arbeitest du alleine oder im Team?
Macht es Sinn, bei dieser Aufgabe alleine oder mit anderen zusammen zu arbeiten? WĂźrde es dir die Aufgabe erleichtern, wenn du dich mit anderen dazu austauschen kĂśnntest? Oder ist umgekehrt vielleicht gerade die Diskussion mit anderen das mĂźhsame daran?
Wo arbeitest du?
Wenn du eine Aktivität, fĂźr die du eine hohe Konzentration brauchst, im GroĂraumbĂźro bewältigen musst, wird es vermutlich schwierig sein. Andererseits kann es mĂźhsam sein, im Homeoffice Aufgaben durchzufĂźhren, fĂźr die du viel Input von anderen brauchst.
Welche Umfeldparameter gibt es bei dir auĂerdem...? Schau dir deinen Arbeitskontext genau an.
Diese Analyse hilft dir dabei, herauszufinden, ob Ănderungen im Kontext deine Freude an der Aufgabe verbessern. Denn manchmal ist nicht die Tätigkeit selbst das Problem, sondern das Umfeld.
Schritt 2: Blicke hinter deine Kulissen
Oftmals wollen wir eine Tätigkeit nicht tun, weil wir Angst vorm Scheitern haben. Das ist sogar ein recht häufiges Motiv und es hindert viele Menschen daran, Dinge umzusetzen. Oder ein ähnliches Thema: Wir kÜnnen mit dem Feedback nicht umgehen. Oder: Wir trauen es uns nicht zu. Oder: Wir werden mit der Aufgabe nie fertig, weil wir sie perfekt machen wollen. Oder noch schlimmer: Wir wollen gar nicht erst damit starten, aus Sorge, dass das Ergebnis nicht perfekt wird.
Da lohnt es sich wirklich, genauer hinzuschauen. Erfahrungsgemäà steckt hinter der vordergrßndigen Abwehrhaltung gegen eine Aufgabe häufig etwas ganz anderes. Und solltest du das fßr dich erkennen: Go for it! Bleib dran! Denn wenn du diese Blockaden ßberwindest, wird sich die vormals unliebsame Tätigkeit in einen Gewinn fßr dich verwandeln.
2 Blogbeiträge dazu:
Schritt 3: Formuliere schĂśne Ziele
Wenn wir uns Ziele setzen, formulieren wir sie meistens anhand dessen, wie wir sie erledigen. ZB âBuchhaltung zeitgerecht abgebenâ oder â3 neue Kundinnen akquirierenâ. Manche von uns sind schon fortgeschritten und setzen sich SMART-Ziele (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert): âBis Ende August habe ich 3 neue Kundinnen akquiriert, mit denen ich gewinnbringende Projekte umsetzeâ. Das klingt schon besser, aber noch schĂśner und anziehender wird dein Ziel, wenn du die âWas-Frageâ mit einbeziehst. Also: Was willst du erreichen? Was steht hinter dem Ziel neue Kundinnen anzuziehen oder die Buchhaltung fertigzustellen? Was ist deine Vision? Was willst du mit deinem Business schaffen? Wenn dein Ziel darin besteht âUnternehmen dabei zu begleiten, ihre Unternehmenskultur zu verbessernâ, dann wäre ein schĂśnes Ziel: âBis Ende des Jahres bewirke ich bei mind. 3 Unternehmen einen positiven Unterschied.â Oder fĂźr das Buchhaltungs-Beispiel: âMeine Buchhaltung ist transparent fĂźr mich, ich kenne die Zahlen und ich steuere die Wirtschaftlichkeitâ.
Das klingt doch schon viel attraktiver und schĂśner, oder?
Wenn es bei deiner Tätigkeit nicht nur um das WIE, sondern auch um das WAS geht, dann wird eine âJaaaaaa-sollte-ich-machenâ oder âMĂźsste-ich-dringend-tunâ-Aufgabe zu einem wĂźnschenswerten Ziel, in dessen Richtung du gerne und motiviert gehst.

Schritt 4: Und jetzt ganz ehrlich
Wenn du Schritt 1 â 3 durchgefĂźhrt hast und weder der Kontext noch dein schĂśnes Ziel noch die Ăberwindung einer mĂśglichen Angst etwas an deiner Abneigung gegen diese Tätigkeit ändert, dann solltest du den Tatsachen ins Auge blicken und dich davon verabschieden. Lass die Aufgabe ziehen. Suche jemanden, der sie statt dir umsetzen kann. Und dann bĂźndelst du deine Kraft fĂźr Aktivitäten, die dir Freude machen und positive Energie bringen.
Schritt 5: GÜnne dir Veränderung
Erlaube es dir regelmäĂig zu ĂźberprĂźfen, wohin es dich zieht und frage dich zwischendurch immer wieder, womit du gerne deine Zeit verbringen mĂśchtest. Denn, wie wir wissen: Nichts ist so beständig wie der Wandel đ
Dieser 5-Schritte-Plan hilft dir dabei:
herauszufinden, was du nicht tun mĂśchtest,
Motivation fĂźr unliebsame Aufgaben finden,
Tätigkeiten auszulagern,
dich beruflich weiterzuentwickeln und
deine Aktivitäten zu koordinieren.

