Wie du gute Entscheidungen triffst


Fotocredit: Bram Bakkers on Unsplash

Es gibt einen Spruch, den ich sehr gerne mag: „Es gibt keine falschen Entscheidung, nur falsches Entscheiden.“ Und gerade bei der Gestaltung unseres Berufslebens trifft das absolut zu. Denn du wirst im Nachhinein nie wissen, ob deine Entscheidung richtig oder falsch war, weil du nie genau wissen kannst, wie die andere Möglichkeit ausgegangen wäre. Das lockert für mich diese Schwere, die mit Entscheidungen einhergeht, wieder ein bisschen auf – findest du auch?


Aber wie kommst du nun zu einem guten Entscheiden?


Untersuchungen zeigen, dass der Teil des Gehirns, der die besten Entscheidungen trifft, in der alten Gehirnbasis liegt und nicht mit den Sprachzentren verbunden ist.* Die Kommunikation bei Entscheidungen läuft also nicht über Worte, sondern über den Körper und die Gefühle. Da kommt auch das sogenannte Bauchgefühl her, wir kennen das alle.


Weil wir aber gelernt haben, nur auf Zahlen, Daten und Fakten zu vertrauen und Entscheidungen möglichst ohne Rücksicht auf Gefühle zu treffen, haben wir das intuitive Entscheiden verlernt. Doch genau das ist es, was wir in unserer komplexen Welt viel mehr brauchen, finde ich.

Hier findest du ein paar Ideen, wie du beim Entscheiden wieder mehr in deine Intuition kommst.


Andere um Rat fragen


Es ist mir schwergefallen, das zu schreiben, aber du wirst gleich lesen, warum es da steht… Ich meine damit nämlich nicht, dass andere wissen, was gut für dich ist, denn das glaube ich absolut nicht – ganz im Gegenteil! Sondern, dass du spüren kannst, ob dir der Ratschlag des anderen zusagt oder nicht. Und das meine ich so: Wenn du andere um ihre Meinung fragst und dann reflektierst, was ihre Idee bei dir auslöst, dann kannst du herausfinden, in welche Richtung du tendierst. Fühlt sich der Rat gut für dich an oder sträubt sich alles in dir, wenn du daran denkst?


Diese Methode ist ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, weil wir gerne andere Menschen glücklich machen möchten und dadurch kann es passieren, dass es uns schwerfällt, den Ratschlag des Gegenübers abzulehnen. Aber es ist ein guter Indikator dafür, was wir tief im Inneren wollen.

Deine Vision oder deinen Nordstern befragen


Diese Methode arbeitet noch am ehesten kognitiv. Wenn du also lieber denkst als spürst, dann wird das für dich hilfreich sein. Und es ist ganz einfach: Überprüfe, ob deine Entscheidung deinem Nordstern oder deiner Vision entspricht.

  • Kannst du deine Vision leben, wenn du dich für Plan A entscheidest?

  • Entspricht Plan B deiner Vorstellung von deinem Berufsleben?

Wenn du noch keine Vision von deinem Berufsleben hast oder noch nicht über deinen Nordstern nachgedacht hast, kannst du hier eine Vorlage dafür herunterladen.


Die Tetralemma-Methode


Schreibe deine Entscheidungsvarianten auf verschiedene Zettel, lege diese in einiger Entfernung voneinander auf den Boden und stelle dich auf einen davon drauf.


Danach schließe die Augen und stell dir vor, dass die Sache bereits eingetreten ist. Spüre, wie es sich anfühlt und wie dein Leben dann aussehen würde. Versuche nicht zu denken, sondern wahrzunehmen, was kommt: Wie verhältst du dich? Welche Menschen sind um dich? Wie denkst du? Wie sprichst du? Wie geht es dir und deinem Umfeld? usw.


Danach schüttle dich kurz aus und mach das gleiche mit dem anderen Zettel.


Gehe das mit allen Varianten durch und zusätzlich kannst du 2 weitere Möglichkeiten aufschreiben: 1) Die Kombination von beidem und 2) Nichts von beidem.


Eine ganz einfache Zettel-Methode


Du schreibst jede Möglichkeit auf einen eigenen Zettel, faltest diese zusammen und ziehst blind einen davon.


Und wenn du den Zettel aufmachst, beobachte dich genau: Bist du zufrieden mit der Wahl oder hättest du lieber einen anderen gezogen? Daran erkennst du ganz schnell, wofür du dich im Inneren bereits entschieden hast.


Dich selbst um Rat fragen


Frage dich (oder besser spüre), was das Ja zu einer Sache in dir auslöst:*

  • Fühlst du beim Ja-sagen Freude und Erfüllung?

  • Fühlst du dich dabei verstanden und respektiert?

  • Fühlst du mehr Energie, wenn du ja sagst oder entzieht dir die Vorstellung Energie?

  • Fühlst du dich bei einem Ja selbstbewusst und fähig?

  • Fühlst du dich bei einem Ja weit oder eng?


Die 5-Jahres-Frage*


Frage dich, wie du in 5 Jahren auf die Sache schauen würdest. Würdest du es bereuen, es NICHT getan zu haben? Falls ja, weißt du, was du zu tun hast.


Es gibt nur wenige „fixe“ Entscheidungen


Eine gute Nachricht: Fast alle Entscheidungen (bis auf Kinder kriegen) kannst du wieder rückgängig machen. Du kannst deinen Job wieder kündigen, du kannst dein Business wieder schließen, du kannst deine Wohnung wieder verkaufen ... usw. Es kann also nicht wirklich viel passieren.


Und zu guter Letzt: Die Sache mit dem Mut


Entscheidungen treffen hat ganz viel mit Mut zu tun, denn manchmal wollen wir uns für eine Sache nicht entscheiden, weil wir Angst vor dem Scheitern haben. In diesem Fall hat es sich bewährt, die Angst huckepack zu nehmen und einfach zu springen. Denn das Leben ist zu kurz dafür, um es im Wartesaal zu verbringen, oder?


* Dan Goleman, „Emotionale Intelligenz“

* Marie Forleo, „Everything is figureoutable”


Diese Ideen helfen dir beim

  • Entscheiden für einen Job,

  • Planen deiner beruflichen Veränderung,

  • Treffen von Entscheidungen und

  • ins Tun kommen und handeln.


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